Bericht zur zweiten Demo am 13. September

Ermutigt durch die Resonanz der ersten Demo bin ich am Samstag, dem 13. September, wieder alleine auf die Straße.

Hier wurde ich gleich von einer jungen Dame angesprochen. Sie hatte schon ein persönlicher Erfahrung mit Asylanten in Grötzingen. Denn sie wurde abends von zweier Schutzsuchenden mit „Willst Du mit uns ficken“ angesprochen.

Laut ihrer Aussage wollte oder konnte das Ordnungsamt nichts machen, denn es sei ja nichts passiert! Muß erst etwas passieren? Das Asylantenheim ist direkt neben dem Bahnhof. Viele Frauen und Kinder sind abends und morgens dort unterwegs!

Kurz darauf ist mir eine Gruppe Jugendlicher mit größtenteils ausländischen Wurzeln in Begleitung eines Erwachsenen begegnet. Die fand meine Demo gar nicht lustig und hat mich angegriffen, mir das Schild zertrümmert und mich am Ellenbogen verletzt. Wenn das Strafverfahren abgeschlossen ist, kann ich mich vielleicht im Detail dazu äußern.

Leider wurden weder der Überfall noch die sexuelle Belästigung auf dem Polizeiticker aufgeführt. Werden mittlerweile Berichte im Kontext der zahlreichen Asylheime herausgefiltert?

Von Briefen und Blogs im Internet ändert sich nichts.

Deswegen bin ich am 11. September mit einem Schild „Kein Asylheim in Grötzingen“ und zitternden Knien  auf die Straße. Zur Info. Ich bin nicht gegen das Asylrecht oder berechtigte Asylbewerber. Aber das sind laut Statistik nur 1.1% der Bewerber! Für die hätten wir reichlich Platz. Und könnten ihnen würdige Unterkünfte anbieten, nicht vielleicht 4 Toiletten für 150 Mann.

Mehrere Bürger fanden diese Aktion  gut.

  • Ein älteres Ehepaar
  • Ein Heer mittleren Alters mit persönlicher Erfahrung in Afrika
  • Frauen mit Kindern
  • Ein Rumäne, nachdem ich ihm versichert habe, daß es mir nicht um die Ausländer geht, sondern um die Wirtschaftsflüchtlinge.
  • Ein Franzose
  • und ein paar andere

Von einem älterem Heer wurde ich jedoch als Faschist beschimpft, und wir hätten es wegen dem Krieg verdient. Zur Info. Ich bin Jahrgang 1974 – der Krieg war da schon 30 Jahre vorbei! Eine andere Person stand mir ebenfalls kritisch gegenüber, weil ja auch Kinder unter den Asylanten sind.

Asylantenheim in Grötzingen

Wenn es um Asyl gehen, dann legen unsere Behörden ein unglaubliches Tempo an den Tag.

Hier eine Chronologie zu unserem neuen Asylantenheim:

Aus „Grötzingen Aktuell“ vom 11. September. „Wie die hiesige Ortsverwaltung mitteilt, wurde sie am vergangenen Freitag, 5. September darüber informiert, dass in der Grötzinger Eisenbahnstraße wiederholt Asylbewerber untergebracht werden müssen.  […] Wie lange diese provisorische Notunterkunft bestehen soll, ist der Ortsverwaltung Grötzingen nicht bekannt“.

Und am Samstag morgen, dem 6. September, waren sie schon da. Interessierte Bürger hatten dies bemerkt und auch sofort die CDU Fraktion kontaktiert. Von der hieß es dann noch am 8. September:

„Vielen Dank für Ihre Email, die mir die Kollegen der CDU Karlsruhe weiterleiteten.

Nach Auskunft der Stadtverwaltung, die die CDU-Fraktion Mitte August erhalten hatte, habe die Außenstelle in Grötzingen kein Bestand mehr und sei bereits aufgelöst worden.
Sollte dies nicht der Fall sein, darf ich Sie um einen kurzen Hinweis bitten.
Für die Unterbringung der Asylbewerber ist die grün-rote Landesregierung zuständig. Von Seiten der Stadtverwaltung wird die Thematik durch die Dezernat 3 begleitend bearbeitet.“

Der Hinweis wurde geliefert. Am 11. September kam dann folgende Antwort:

„Vielen Dank für Ihren Hinweis. Die Stadtverwaltung bestätigte nun auf Anfrage, dass die Mitte August geschlossene Notunterkunft aufgrund der verstärkten Flüchtlingsströme wieder eröffnet worden sei.

Die CDU-Fraktion ist mit der derzeitigen Entwicklung und insbesondere dem Handling durch das zuständige Land nicht zufrieden und fordert verstärkte Anstrengungen von Seiten des Landes, um in Karlsruhe wieder eine vertretbare Situation herzustellen.
Vor allem gilt es aber auch, wie Sie völlig richtig ausführen, die Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig über die Einrichtung solcher Notunterkünfte zu informieren und den auftretenden Beschwerden nachzugehen.
Dies hat die Fraktion auch der Stadtverwaltung zur Kenntnis gebracht.“

Aus in der Presse war am 11. September das erste mal davon zu lesen. In 3 anderen Notunterkünften wurden 700 Asylanten aufgenommen.

Wir erinnern uns. Die Räumlichkeiten wurden nur als Notunterkünfte wegen dem Masernausbruch genutzt. Auch damals wurde die Bevölkerung nur nachträglich informiert. Jetzt geht es um ca. 120-150 Asylanten bei 9000 Einwohnern.

Die Grötzinger Aktuell hat mit folgendem Titelblatt auf die Tränendrüsen gedrückt.IMG_20140912_0001

Wer will dagegen noch protestieren? Dabei stellen Kinder den kleinsten Anteil der hiesigen Asylanten!

Unsere Kinder jedoch müssen ihren Grundschulunterricht in Container abhalten. Mit dem Abriß der alten asbestverseuchten Schule und dem Neubau ist bis 2018 zu rechnen.  Man darf spekulieren, wieviel Asylheime vorher renoviert und eingerichtet werden.

Karlsruher Asylbewerber dürfen kostenlos Bahn fahren

Die Grüne Karlsruhe Fraktion hatte eine vergünstigte oder kostenfreie Nutzung des ÖPNV für alle Flüchtlinge in Karlsruhe gefordert.

Dem hat das Integrationsministerium unter Frau Bilkay Öney nun stattgegeben – jetzt wird der Bewohnerausweis zum Fahrschein,

Ministerium gibt „Go“: Karlsruher Asylbewerber dürfen kostenlos Bahn fahren

Selbstverständlich zahlen Schüler, Rentner, Arbeitslose und Arbeitsnehmer weiter für ihre Fahrkarten. Für Schüler fängt der Spaß bei 42 Euro pro Monat an: KVV Schoolcard

Dagegen richtet sich diese Petition:Keine Gratisfahrt für Asylbewerber/innen